Vormittag im Zeichen der Erinnerung

Am 6. November empfing die Sekundarschule ungewöhnlichen Besuch aus Australien und Paris. Nachfahren der jüdischen Familie Werthauer, die einst in Lage lebte, kehrten an den Ort ihrer familiären Wurzeln zurück. Frau Bonke-Wirtz und Schülerinnen und Schüler aus dem Profil „Auschwitz-Gedenktag“ führten Gespräche mit Herrn Werth aus Australien und Herrn Werthauer aus Paris. So konnten die beiden Nachkommen nicht nur gemeinsam auf emotionale familiäre Spurensuche gehen, sondern gleichzeitig auch in Kontakt mit jungen Menschen treten. Diese wiederum erfuhren durch den persönlichen Austausch noch mehr über die Vergangenheit und traten bei einem gemeinsamen Mittagessen in unserer Aula mit mehreren anderen Gästen in Kontakt.  Unter anderem Bürgermeister Matthias Kalkreuter und Martin Hankemeier, der seit Jahren die Geschichte jüdischer Lagenser Familien erforscht und mehrfach mit unserem Profil zusammenarbeitete, begleiteten Herrn Werth und Herrn Werthauer, nachdem diese sich zuvor ins Goldene Buch der Stadt eingetragen hatten.  

Das Profil, unter anderem mit Emelie Rollhäuser, Leonie Dauven, Mia Pauls, Celina Röper, Timo Wißmann, Ben Rinne und Luca Wißmann (v.l.) organisierte die besondere Veranstaltung an der Sekundarschule mit.

An Ort und Stelle, wo sein Vorfahr zu Schule gegangen war, zeigte sich Herr Werth nicht nur dank der Redebeiträge der Zehntklässler Ben Rinne und Luca Wißmann beeindruckt, wie empathisch die Sekundarschüler sind. Dass es das sich mit dem Holocaust beschäftigende Profil gebe, sei zudem „großartig“. Neben dem Profil von Frau Bonke-Wirtz sorgten Herr Burg und das Radioprofil, das einen Podcast über die Veranstaltung erstellt, sowie Frau Leßmann, die sich um die passende feierliche Atmosphäre kümmerte, für einen runden und gelungenen Vormittag im Zeichen der Erinnerung. So konnte Schulleiter Herr Zeller beim abschließenden gemeinsamen Essen zufrieden feststellen, was er zuvor in seiner Rede angemerkt hatte: „Unser Ziel ist die Erziehung zu Toleranz, Respekt und Zivilcourage.“

Auf Spurensuche war einige Schultage zuvor auch Winfried Behlau, der im Rahmen der ZDF-Dokureihe 37° mit einem Fernsehteam an der Sekundarschule war. Behlau war ebenfalls Schüler an der heutigen Sekundarschule und ist ein Kind aus einer Kriegsvergewaltigung. Im Rahmen dieses Schicksals ist Behlau aktiv in Deutschland unterwegs und berichtet über seine Erfahrungen. Die Reportage läuft bald im ZDF und ist über die Mediathek des Senders abrufbar.